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Reinhard Heil

Neuerscheinung: Unbedingte Demokratie – Fragen an die Klassiker neuzeitlichen politischen Denkens

Herausgegeben von Reinhard Heil, M.A., PD Dr. Andreas Hetzel, Dirk Hommrich, M.A.

2011, 245 S., Broschiert,
ISBN 978-3-8329-6238-8

Nomos-Verlag

Die Politische Ideengeschichte stand lange Zeit unter der Vorherrschaft neukantianischer Ansätze. Die Klassiker wurden vor allem daraufhin befragt, wie sie das Politische in einem ihm selbst vorausgehenden Vernunft- und Wertehorizont zu begründen und dabei insbesondere die Souveränität des Staates zu legitimieren vermögen. Die Beiträge des Bandes stellen demgegenüber die Frage, inwiefern die klassisch-neuzeitlichen Theorien des Politischen bereits Elemente eines radikaldemokratischen Denkens vorwegnehmen, das den Fokus auf die Selbstinstituierung einer Gesellschaft legt, die auf keine externen Gründe zurückgeführt werden kann. Das Politische gilt dann als autonome, sich nicht auf bestimmte Institutionen beschränkende Auseinandersetzung um die jeweilige Gestalt einer Gesellschaft, die von keinem Punkt aus überblickt und gesteuert werden kann. Konzepte wie volontée générale, sensus communis, Gesellschaftsvertrag, Konflikt, Staat, Demokratie, Revolution und Gewaltenteilung werden im Sinne einer „rettenden Kritik“ neu angeeignet und gegen die Legitimations- und Selbstimmunisierungsrhetoriken eines Kapitalparlamentarismus verteidigt, in dessen Rahmen „Demokratie“ immer mehr zu einer medialen Inszenierung verkommt.

Das Werk ist Teil der Reihe Zeitgenössische Diskurse des Politischen, Band 1.

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Mitarbeiter am ITAS

Seit dem 15.11.2010 bin ich im Rahmen des BMBF-Projekts “Engineering Life” Mitarbeiter am Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT).

Zur Aktualität von Slavoj Žižek – Einleitung in sein Werk

Reinhard Heil:  Zur Aktualität von Slavoj Žižek – Einleitung in sein Werk, Wiesbaden 2010: VS-Verlag

Das Werk des politischen Philosophen Slavoj Žižek erhält seine Bedeutung von zwei Begriffen her: Negativität und Kapitalismus. Diese beiden Begriffe sind es, die Žižeks Denken in zwei unterschiedlichen, aber auf einander verwiesenen, Bereichen Konsistenz verleihen: Seine Philosophie ist bestimmt von dem Versuch, den hegelschen Begriff der selbstbezüglichen Negativität zu aktualisieren, dessen Relevanz für die zeitgenössische Philosophie und Kulturwissenschaft aufzuweisen. Seine antikapitalistische politische Theorie baut auf diesem Negativitätsbegriff auf. Verständlich wird Žižeks Philosophie nur, wenn man seine Prämisse akzeptiert, dass der Kapitalismus die Geisel der Menschheit ist: ein gesichtsloser Herr, unter dessen Herrschaft es keine Freiheit, keine Menschlichkeit geben kann. Ein Herr, dessen Herrschaft so total ist, dass wir sie als alternativlos akzeptieren. Gegen diese scheinbare Alternativlosigkeit richtet sich Žižeks Denken.

Die Debatte über »Human Enhancement« – Historische, philosophische und ethische Aspekte der technologischen Verbesserung des Menschen

Christopher Coenen, Stefan Gammel, Reinhard Heil, Andreas Woyke (Hg.)

Die Debatte über »Human Enhancement«

Historische, philosophische und ethische Aspekte der technologischen Verbesserung des Menschen

transcript, Juli 2010, 334 S., kart., 31,80 €

ISBN 978-3-8376-1290-5

»Human Enhancement«, die technologische und pharmakologische Steigerung menschlicher Fähigkeiten, ist aktuell Gegenstand vielschichtiger ethischer und politischer Debatten. In diesem Buch werden häufig ausgeblendete geschichtliche Hintergründe und philosophische Aspekte der Thematik behandelt, so zum Beispiel die Utopiekritik Dostojewskis, die Zukunftsprognosen von H.G. Wells und J.B.S. Haldane sowie gegenwärtige »transhumanistische« Visionen im Blick auf die Romane von Michel Houellebecq. Auch andere literarische Auseinandersetzungen mit einer »Verbesserung des Menschen«, wie die von D.H. Lawrence, und verschiedene Ansätze einer ethischen Bewertung werden diskutiert. [zur Verlagsseite]

Predecessors of the Discourse on Human Enhancement

Reinhard Heil, Darmstadt University of Technology, nanobuero

Predecessors of the Discourse on Human Enhancement (Powerpoint Presentation)

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My talk consists of two different sections. After a short introduction, I will reconstruct the positions of early advocates of human enhancement, such as Julian Sorell Huxley, John Desmond Bernal and John Burdon Sanderson Haldane who also took part in the so called Social-Relations-of-Science-Movement. In current debates, however, the writings of these early apologists of human enhancement are scarcely being referred to (but see e.g. Coenen 2007; Rubin 2005; Bostrom 2005), although they were renowned natural scientists and influential figures in public discourse. In the second part of my talk I will point out that the main arguments of these authors can still be found in the contemporary debate about human enhancement.

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Projekgruppe Radikale Demokratie des Instituts für Kulturforschung Heidelberg

Projektleitung: Reinhard Heil, Andreas Hetzel, Felix Trautmann, Marc Ziegler

Bereits am Ursprung der neuzeitlichen Staatsphilosophie wird die Frage aufgeworfen, ob sich Demokratie nur aus ihrem eigenen Vollzug heraus zu legitimieren vermag oder auf naturrechtlichen bzw. anthropologischen Fundamenten ruhen muss, die selbst wiederum nicht zum Gegenstand demokratischer Meinungsbildung gemacht werden können. Offen bleibt, ob die Demokratie selbst nur eine Staatsform unter anderen oder nicht vielmehr gerade jener Fragemodus ist, in welchem die Ungewissheit der Fundierung von Politik zur Erscheinung kommen kann. Die Demokratie wäre dann in einem wesentlichen Sinne grundlos und könnte nur durch ihren praktischen Vollzug legitimiert werden. [zur Projektseite]

Transhumanismus, Nanotechnologie und der Traum von Unsterblichkeit

“Der Beitrag von Reinhard Heil bietet eine historische und philosophische Rekonstruktion der Idee von Unsterblichkeit an, die heutzutage insbesondere durch einen einen großen Teil der Vertreter transhumanistischen Bewegung dank neuer technologischen Entwicklungen – u.a. auch durch die Nanotechnologie – als realisierbar propagiert wird. Hier zeigt Heil die Vielffältigkeit der Meinungen in Bezug auf Unsterblichkeit unter den Transhumanisten und betont, wie dieser Traum unser Selbstverständnis als Menschen herausfordert.”

Erschienen in Visionen der Nanotechnologie, hgg. von Arianna Ferrari und Stefan Gammel, Akademische Verlagsgesellschaft AKA, Heidelberg, 2010, 25-50.

Abstract (englisch, der Artikel ist in deutsch): The reference to ideas and notions of the Christian tradition within transhumanist discourse cannot be ignored. Transhumanism picks up topoi which are in close ranks to the religious thought: immortality, paradise, the overcoming of all suffering. The claim of many critics of transhumanism that transhumanism is a religion is debatable. The article analyses this claim and asks “Is the question: ‘Is transhumanism a religion’ actually the right question?” and highlights the role of nanotechnology for the transhumanistic worldview. The article is divided into the following main parts: chapter II introduces transhumanism; chapter III outlines the alteration of the notion of immortality in the 18. century; chapter IV discusses Cryonic; chapter V analyses the visionary components of Eric Drexlers Engines of Creation in comparison with John Adolphus Etzlers The Paradise within the Reach of all Men, without Labor, by Powers of Nature and Machinery from 1833; chapter VI unfurls the concept of singularity; the last chapter criticises the shortfalls of transhumanism and asks “Is the question: ‘Is transhumanism a religion’ actually the right question?”

Visionen_der_Nanotechnologie_400

Internationale Tagung Unbedingte Demokratie Spuren radikaldemokratischen Denkens in der politischen Philosophie Ludwigshafen, 27.-28. März 2009

Internationale Tagung

Unbedingte Demokratie

Spuren radikaldemokratischen

Denkens in der politischen Philosophie

Ludwigshafen, 27.-28. März 2009

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Programm A4

Programm A3

Workshop an der TU Darmstadt, Institut für Philosophie: „Human Enhancement – Historische, philosophische und ethische Aspekte“

Workshop an der TU Darmstadt, Institut für Philosophie:

Human Enhancement – Historische, philosophische und ethische Aspekte“

Organisatoren: Christopher Coenen (TAB), Stefan Gammel (nanobüro), Reinhard Heil, Dr. Andreas Woyke

Termin: 9.-10.3.2009

Inhaltliche Skizze:

Im Zentrum des Workshops sollen Visionen und Vorstellungen stehen, die als Vorläufer der heutigen Diskurse um „human enhancement“ (HE) verstanden werden können. Dabei sind Autoren interessant, die etwa im Zeitraum 1880-1950 eine technologische Verbesserung physischer und psychischer Fähigkeiten des Menschen propagiert haben. Ähnlich wie bei den Diskussionen zu Möglichkeiten und Grenzen der Bio- und Gentechnologie gewinnt man auch im Blick auf aktuelle Debatte zu HE den Eindruck, dass hier völlig neue Fragestellungen aufgeworfen und erwogen würden. Demgegenüber steht fest, dass dieser Eindruck u. a. auf einer Ausblendung historischer Kontextualisierungen und einer Überbewertung spezifischer wissenschaftlich-technologischer Entwicklungen basiert. Hinsichtlich der verschiedenen Interessen der Organisatoren und der Bemühung um eine Kontinuierung der Auseinandersetzung mit HE in einem größeren thematischen und disziplinären Rahmen soll der geplante Workshop als eine Auftaktveranstaltung dienen, innerhalb derer wichtige Materialien gesammelt, relevante Positionen erwogen und zentrale Gesichtspunkte und Charakterisierungen herausgearbeitet werden sollen. Aufbauend auf diesen Ergebnissen sollen in möglichen Folgeveranstaltungen weitere Themenfelder im Umfeld von HE betrachtet werden.

Entscheidende Fragestellungen:

- Lässt sich die Idee einer technischen Verbesserung menschlicher Fähigkeiten in einen kontinuierlichen Zusammenhang mit der wissenschaftlich-technologischen Entwicklung bringen oder sind hierfür vor allem wesentliche Umbrüche im abendländischen Welt- und Selbstverständnis zu berücksichtigen? Als wie „neu“ kann in diesem Sinne die explizite Idee von HE angesehen werden? Lässt sich in begriffsgeschichtlicher Perspektive evtl. ein ursprüngliches Konzept fassen, an das zu Beginn das 20. Jhd. etwa Autoren wie Huxley, Haldane und Bernal anknüpfen und das – zumindest implizit – auch die aktuellen Diskurse bestimmt?

- Welche Autoren bestimmen in wesentlicher Hinsicht seit dem Ende des 19. Jhd. eine weitgehend affirmative Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten einer technologischen Verbesserung des Menschen? Welche wichtigen Unterschiede hinsichtlich disziplinärer Kulturen, nationaler Mentalitäten (USA, verschiedene europäische Länder, evtl. auch Israel und asiatische Länder) und historischen Entwicklungslinien gilt es zu konstatieren?

- Steht in den Debatten über Eugenik im 19. Jhd. die Vorstellung einer Abwehr von befürchteten Degenerierungsprozessen im Vordergrund, so geht es in den Diskursen über HE und bei ihren verschiedenen Vorläufen um Ideen einer moderaten oder auch radikalen Verbesserung der Fähigkeiten eines gesunden Menschen. Welche Zusammenhänge lassen sich hier historisch nachweisen und welche systematischen Folgerungen können hieraus abgeleitet werden?

- Welche Rolle spielt die sogenannte „Science-Fiction-Literatur“ bei der Konturierung von HE-Diskursen? Ist dabei ein wichtiger Zusammenhang u. a. darin zu erkennen, dass dynamische und evolutionäre Motive seit der zweiten Hälfte des 19. Jhd. in den modernen Naturwissenschaften große Bedeutung erlangen und insofern wissenschaftliche Einwände gegen eine „offene Zukunft“ und eine technologische Veränderung und Verbesserung des Bestehenden einschließlich der menschlichen Konstitution viel an Plausibilität verlieren? Kann dieser Zusammenhang evtl. auch als ein Indiz dafür interpretiert werden, dass eine substantielle Diskussion, Bewertung und Kritik von HE immer nur in einem Rekurs auf die Rekonstruktion der Transformationen unseres Naturverständnisses möglich sind?

Klientel und Organisatorisches:

Es wird eine konzentrierte Arbeit in einer kleineren Gruppe (ca. 10-15 Pers.) angestrebt. Dem Organisationsteam, das aus Vertretern des wissenschaftlichen Nachwuchses besteht, geht es um gute und sachliche Diskussionen und um den Aufbau einer kleineren Arbeitsgruppe für fruchtbare Formen der Zusammenarbeit. Für eine Kontinuierung des Projekts fassen die Organisatoren die Beantragung einer Forschungsförderung ins Auge. Eine Publikation der Workshopbeiträge in Buchform wird angestrebt. Möglich wäre auch eine Online-Publikation.