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Reinhard Heil, M.A.

Die Debatte über »Human Enhancement« – Historische, philosophische und ethische Aspekte der technologischen Verbesserung des Menschen

Christopher Coenen, Stefan Gammel, Reinhard Heil, Andreas Woyke (Hg.)

Die Debatte über »Human Enhancement«

Historische, philosophische und ethische Aspekte der technologischen Verbesserung des Menschen

transcript, Juli 2010, 334 S., kart., 31,80 €

ISBN 978-3-8376-1290-5

»Human Enhancement«, die technologische und pharmakologische Steigerung menschlicher Fähigkeiten, ist aktuell Gegenstand vielschichtiger ethischer und politischer Debatten. In diesem Buch werden häufig ausgeblendete geschichtliche Hintergründe und philosophische Aspekte der Thematik behandelt, so zum Beispiel die Utopiekritik Dostojewskis, die Zukunftsprognosen von H.G. Wells und J.B.S. Haldane sowie gegenwärtige »transhumanistische« Visionen im Blick auf die Romane von Michel Houellebecq. Auch andere literarische Auseinandersetzungen mit einer »Verbesserung des Menschen«, wie die von D.H. Lawrence, und verschiedene Ansätze einer ethischen Bewertung werden diskutiert. [zur Verlagsseite]

Predecessors of the Discourse on Human Enhancement

Reinhard Heil, Darmstadt University of Technology, nanobuero

Predecessors of the Discourse on Human Enhancement (Powerpoint Presentation)

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My talk consists of two different sections. After a short introduction, I will reconstruct the positions of early advocates of human enhancement, such as Julian Sorell Huxley, John Desmond Bernal and John Burdon Sanderson Haldane who also took part in the so called Social-Relations-of-Science-Movement. In current debates, however, the writings of these early apologists of human enhancement are scarcely being referred to (but see e.g. Coenen 2007; Rubin 2005; Bostrom 2005), although they were renowned natural scientists and influential figures in public discourse. In the second part of my talk I will point out that the main arguments of these authors can still be found in the contemporary debate about human enhancement.

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Projekgruppe Radikale Demokratie des Instituts für Kulturforschung Heidelberg

Projektleitung: Reinhard Heil, Andreas Hetzel, Felix Trautmann, Marc Ziegler

Bereits am Ursprung der neuzeitlichen Staatsphilosophie wird die Frage aufgeworfen, ob sich Demokratie nur aus ihrem eigenen Vollzug heraus zu legitimieren vermag oder auf naturrechtlichen bzw. anthropologischen Fundamenten ruhen muss, die selbst wiederum nicht zum Gegenstand demokratischer Meinungsbildung gemacht werden können. Offen bleibt, ob die Demokratie selbst nur eine Staatsform unter anderen oder nicht vielmehr gerade jener Fragemodus ist, in welchem die Ungewissheit der Fundierung von Politik zur Erscheinung kommen kann. Die Demokratie wäre dann in einem wesentlichen Sinne grundlos und könnte nur durch ihren praktischen Vollzug legitimiert werden. [zur Projektseite]

Transhumanismus, Nanotechnologie und der Traum von Unsterblichkeit

“Der Beitrag von Reinhard Heil bietet eine historische und philosophische Rekonstruktion der Idee von Unsterblichkeit an, die heutzutage insbesondere durch einen einen großen Teil der Vertreter transhumanistischen Bewegung dank neuer technologischen Entwicklungen – u.a. auch durch die Nanotechnologie – als realisierbar propagiert wird. Hier zeigt Heil die Vielffältigkeit der Meinungen in Bezug auf Unsterblichkeit unter den Transhumanisten und betont, wie dieser Traum unser Selbstverständnis als Menschen herausfordert.”

Erschienen in Visionen der Nanotechnologie, hgg. von Arianna Ferrari und Stefan Gammel, Akademische Verlagsgesellschaft AKA, Heidelberg, 2010, 25-50.

Abstract (englisch, der Artikel ist in deutsch): The reference to ideas and notions of the Christian tradition within transhumanist discourse cannot be ignored. Transhumanism picks up topoi which are in close ranks to the religious thought: immortality, paradise, the overcoming of all suffering. The claim of many critics of transhumanism that transhumanism is a religion is debatable. The article analyses this claim and asks “Is the question: ‘Is transhumanism a religion’ actually the right question?” and highlights the role of nanotechnology for the transhumanistic worldview. The article is divided into the following main parts: chapter II introduces transhumanism; chapter III outlines the alteration of the notion of immortality in the 18. century; chapter IV discusses Cryonic; chapter V analyses the visionary components of Eric Drexlers Engines of Creation in comparison with John Adolphus Etzlers The Paradise within the Reach of all Men, without Labor, by Powers of Nature and Machinery from 1833; chapter VI unfurls the concept of singularity; the last chapter criticises the shortfalls of transhumanism and asks “Is the question: ‘Is transhumanism a religion’ actually the right question?”

Visionen_der_Nanotechnologie_400

Internationale Tagung Unbedingte Demokratie Spuren radikaldemokratischen Denkens in der politischen Philosophie Ludwigshafen, 27.-28. März 2009

Internationale Tagung

Unbedingte Demokratie

Spuren radikaldemokratischen

Denkens in der politischen Philosophie

Ludwigshafen, 27.-28. März 2009

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Programm A4

Programm A3

Workshop an der TU Darmstadt, Institut für Philosophie: „Human Enhancement – Historische, philosophische und ethische Aspekte“

Workshop an der TU Darmstadt, Institut für Philosophie:

Human Enhancement – Historische, philosophische und ethische Aspekte“

Organisatoren: Christopher Coenen (TAB), Stefan Gammel (nanobüro), Reinhard Heil, Dr. Andreas Woyke

Termin: 9.-10.3.2009

Inhaltliche Skizze:

Im Zentrum des Workshops sollen Visionen und Vorstellungen stehen, die als Vorläufer der heutigen Diskurse um „human enhancement“ (HE) verstanden werden können. Dabei sind Autoren interessant, die etwa im Zeitraum 1880-1950 eine technologische Verbesserung physischer und psychischer Fähigkeiten des Menschen propagiert haben. Ähnlich wie bei den Diskussionen zu Möglichkeiten und Grenzen der Bio- und Gentechnologie gewinnt man auch im Blick auf aktuelle Debatte zu HE den Eindruck, dass hier völlig neue Fragestellungen aufgeworfen und erwogen würden. Demgegenüber steht fest, dass dieser Eindruck u. a. auf einer Ausblendung historischer Kontextualisierungen und einer Überbewertung spezifischer wissenschaftlich-technologischer Entwicklungen basiert. Hinsichtlich der verschiedenen Interessen der Organisatoren und der Bemühung um eine Kontinuierung der Auseinandersetzung mit HE in einem größeren thematischen und disziplinären Rahmen soll der geplante Workshop als eine Auftaktveranstaltung dienen, innerhalb derer wichtige Materialien gesammelt, relevante Positionen erwogen und zentrale Gesichtspunkte und Charakterisierungen herausgearbeitet werden sollen. Aufbauend auf diesen Ergebnissen sollen in möglichen Folgeveranstaltungen weitere Themenfelder im Umfeld von HE betrachtet werden.

Entscheidende Fragestellungen:

- Lässt sich die Idee einer technischen Verbesserung menschlicher Fähigkeiten in einen kontinuierlichen Zusammenhang mit der wissenschaftlich-technologischen Entwicklung bringen oder sind hierfür vor allem wesentliche Umbrüche im abendländischen Welt- und Selbstverständnis zu berücksichtigen? Als wie „neu“ kann in diesem Sinne die explizite Idee von HE angesehen werden? Lässt sich in begriffsgeschichtlicher Perspektive evtl. ein ursprüngliches Konzept fassen, an das zu Beginn das 20. Jhd. etwa Autoren wie Huxley, Haldane und Bernal anknüpfen und das – zumindest implizit – auch die aktuellen Diskurse bestimmt?

- Welche Autoren bestimmen in wesentlicher Hinsicht seit dem Ende des 19. Jhd. eine weitgehend affirmative Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten einer technologischen Verbesserung des Menschen? Welche wichtigen Unterschiede hinsichtlich disziplinärer Kulturen, nationaler Mentalitäten (USA, verschiedene europäische Länder, evtl. auch Israel und asiatische Länder) und historischen Entwicklungslinien gilt es zu konstatieren?

- Steht in den Debatten über Eugenik im 19. Jhd. die Vorstellung einer Abwehr von befürchteten Degenerierungsprozessen im Vordergrund, so geht es in den Diskursen über HE und bei ihren verschiedenen Vorläufen um Ideen einer moderaten oder auch radikalen Verbesserung der Fähigkeiten eines gesunden Menschen. Welche Zusammenhänge lassen sich hier historisch nachweisen und welche systematischen Folgerungen können hieraus abgeleitet werden?

- Welche Rolle spielt die sogenannte „Science-Fiction-Literatur“ bei der Konturierung von HE-Diskursen? Ist dabei ein wichtiger Zusammenhang u. a. darin zu erkennen, dass dynamische und evolutionäre Motive seit der zweiten Hälfte des 19. Jhd. in den modernen Naturwissenschaften große Bedeutung erlangen und insofern wissenschaftliche Einwände gegen eine „offene Zukunft“ und eine technologische Veränderung und Verbesserung des Bestehenden einschließlich der menschlichen Konstitution viel an Plausibilität verlieren? Kann dieser Zusammenhang evtl. auch als ein Indiz dafür interpretiert werden, dass eine substantielle Diskussion, Bewertung und Kritik von HE immer nur in einem Rekurs auf die Rekonstruktion der Transformationen unseres Naturverständnisses möglich sind?

Klientel und Organisatorisches:

Es wird eine konzentrierte Arbeit in einer kleineren Gruppe (ca. 10-15 Pers.) angestrebt. Dem Organisationsteam, das aus Vertretern des wissenschaftlichen Nachwuchses besteht, geht es um gute und sachliche Diskussionen und um den Aufbau einer kleineren Arbeitsgruppe für fruchtbare Formen der Zusammenarbeit. Für eine Kontinuierung des Projekts fassen die Organisatoren die Beantragung einer Forschungsförderung ins Auge. Eine Publikation der Workshopbeiträge in Buchform wird angestrebt. Möglich wäre auch eine Online-Publikation.

Neuerscheinung: Die unendliche Aufgabe – Kritik und Perspektiven der Demokratietheorie

Reinhard Heil / Andreas Hetzel. 2006. Die unendliche Aufgabe – Kritik und Perspektiven der Demokratietheorie. Bielefeld: transcript. [Leseprobe: Einleitung]

Die Frage nach den Möglichkeitsbedingungen und motivationalen Ressourcen von Demokratie scheint heute aktueller denn je. Der vorliegende Band stellt sich dieser Frage und erkundet Perspektiven einer umfassenden Demokratisierung von Gesellschaft. Die Autoren beziehen sich dabei – teils zustimmend, teils kritisch – auf die Positionen eines radikaldemokratischen Diskurses (E. Laclau, Ch. Mouffe, J. Derrida, J. Rancière et al.), der sich gegenwärtig darum bemüht, das Politische und die Demokratie jenseits der etablierten Pfade klassischer politischer Theorien neu zu denken. Damit verbunden ist das übergreifende Anliegen der Beiträger, das Politische, das als Kraft einer demokratischen Selbstinstituierung von Gesellschaft verstanden wird, gegen die zunehmende Ökonomisierung aller Lebensbereiche zu verteidigen.

Einleitung

Tagungsband ‘Tensions and Convergences’ erschienen!

Der internationale Tagungsband: Tensions and Convergences ist erschienen! Der Band beinhaltet nicht nur Beiträge von renommierten (internationalen) Wissenschaftlern und Künstlern wie Gernot Böhme, Kathryn Olesko, Lautrent Mignonneau, Wolfgang Krohn und Nick Brown, sondern auch Beiträge von Doktoranden des Graduiertenkollegs ‘Technisierung und Gesellschaft’. Mit der Tagung, die in diesem Band dokumentiert ist, endet dass Graduiertenkolleg nach einer 9 jährigen Laufzeit.

This book presents results of an international conference which addressed the interaction of aesthetical and technological dimensions within the formation of contemporary society. The contributions discuss the production of time and space, self and nature, individual and society in the image of technology. They focus on the productive tensions and convergences between aesthetic and technological concepts when implemented in everyday life. The volume contains – among others – texts about technologies of visualisation, the aesthetics of warfare and the design of technological lifeworlds.

Reinhard Heil, Andreas Kaminski, Marcus Stippak, Alexander Unger, Marc Ziegler (eds.): Tensions and Convergences – Technological and Aesthetic Transformations of Society, Bielefeld/Piscataway: transcript & transaction, ISBN3-89942-518-9, 33,80.

Zum Tod von Baudrillard. Jenseits des Realitätsprinzips.

[Samuel Strehle] Wie einst Nietzsche, erblickt auch Baudrillard im Nihilismus die treffendste Formel der Gegenwart. Nur so kann er in den Selbstmordattentaten vom 11. September eine groteske Faszination entdecken, ohne die Schreckenstaten der Terroristen deshalb bereits gut zu heißen. Sie haben, so Baudrillard, die Logik des Systems gegen das System selbst gewandt, haben es durch die Gabe des Todes selbst in den Tod gestürzt und so seinen Niedergang beschleunigt. Das System muss sich gegen die Bedrohung wehren. Aber da die Bedrohung nicht von außen kommt wie im klassischen Krieg, sondern dezentral ist und sich jedem Zugriff entzieht, bleiben letztlich alle Versuche, die Terroristen zu besiegen, zwecklos. [zum vollständigen Nachruf auf der Sic et Non]